Schlagwort: Heidelberger Katechismus

Bekenntnisbuch der Selbständigen Evangelisch-Reformierten Kirche

Sebastian Heck (Hrsg.)

In einer neuen bibliophilen Ausgabe enthält dieses Bekenntnisbuch drei bedeutende reformierte Bekenntnisschriften: den weithin bekannten „Heidelberger Katechismus“ (1563), das „Niederländische Glaubensbekenntnis“ (Confessio Belgica, 1562) sowie die „Dordrechter Lehrregeln“ (1619). Die drei Bekenntnisschriften bilden auch heute noch das kirchliche Bekenntnis vieler reformierter Kirchen weltweit und sind eine knappe und gut lesbare Zusammenfassung des historischen reformierten Glaubens. Das Bekenntnisbuch soll als Arbeitsbuch für Verkündigung, Lehre und Katechese in der Gemeinde, sowie als Lesebuch für interessierte Christen dienen.

Alle Bekenntnisse wurden sprachlich leicht überarbeitet und mit hunderten von aktualisierten biblischen Belegstellen versehen.

Verein für Reformation, Heidelberg; 2010, ISBN: 978-3942699006, 10 Euro

PDF-Download des Buches

 

Warum der Heidelberger Katechismus immer noch wichtig ist

Von Marius Timmermans (1)

Es ist wichtig, dass der Heidelberger Katechismus nicht alleine auf einige Personen reduziert wird, weil er von Anfang an von der gesamten Theologischen Fakultät der Universität in Heidelberg angenommen worden ist und somit nicht nur Ursinus und Olevianus hinter ihm standen. Vielmehr repräsentiert er die Lehre der damaligen Kirche.

Er hat das Ziel, die biblischen Lehren möglichst gut zusammen zu fassen und die Lehre der Kirche bekannt zu machen. Er sollte damals allgemein bekannt gemacht werden. Auch sollte darin nicht einseitig Calvin oder Luther zugeneigt werden. Dem Kurfürsten Friedrich (2) war klar, dass durch das Lehr- und Trostbuch (3) ein Kirchenkampf (zwischen Reformierten und Lutheranern) verhindert werden sollte und Frieden in der Pfalz gehalten werden. Die Absicht des frommen Kurfürsten war: sein Volk sollte in der Furcht des Herrn und in Gottes kostbaren Wort unterwiesen werden.

Kurfürst Friedrich beabsichtigte mit dem Katechismus drei Dinge:

  1. Der Heidelberger Katechismus sollte der Ausgangspunkt für die Erziehung der Jugend sein.
  2. Der Heidelberger Katechismus sollte die Gemeinde unterweisen und Ausgangspunkt für die Predigt sein.
  3. Er sollte die Bekenntniseinheit fördern und sicherstellen.

Der Bibelgelehrte Ursinus hatte den größten Anteil an der Entstehung des Trostbuches. Er kannte sich gut in der Theologie der großen und kleinen Reformatoren aus. Durch seine Aufenthalte in den reformatorischen Zentren Heidelberg, Straßburg, Basel, Genf, Paris, Breslau und Wittenberg war er theologisch hervorragend geschult. Er war nicht nur der beste Schüler von Melanchthon und vertraut mit Luther, sondern auch ein überzeugter Calvinist.

Diese Aspekte in seiner Person gepaart mit seiner Befähigung Lehre und Leben zu einer guten Praxis der Frömmigkeit (Praxis Pietatus) zu kombinieren, führte dazu, dass dieser fromme Bibelgelehrte und Theologieprofessor von seinen Kollegen sehr geschätzt wurde. Somit ist es kein Wunder, dass die Theologen seiner Zeit Ursinus ihre größte Verehrung entgegen brachten. Die Zusammenarbeit von Ursinus mit Olevianus und andere im Auftrag von König Friedrich hat Gott der Herr bis zu diesem Tag reich gesegnet.

Der Heidelberger Katechismus kann als die Blüte und Frucht der gesamten deutschen und französischen Reformation angesehen werden. Das Trost- und Lehrbuch enthält Luthers Leidenschaft, die Klarheit des Melanchthon, die Einfachheit von Zwingli und das Feuer Calvins. Dieser Katechismus ist wirklich vollständig reformiert. In aller Einfachheit wird das Evangelium von Jesus Christus dargestellt als „die einzige Trost im Leben und Sterben“. Es ist eine Zusammenfassung der großen und heiligen Wahrheiten der Schrift. Und das alles in einer warmen, persönlichen und praktischen Art und Weise. Somit ist der Heidelberger Katechismus auch heute zum Lernen an Geist, Herz und Seele sehr zu empfehlen.


Fußnoten:

(1) Marius Timmermans ist Präsident der Reformations-Gesellschaft-Heidelberg e.V.
(2) Friedrich III von der Pfalz (1515-1576), Kurfürst der Pfalz.
(3) Der Heidelberger Katechismus wurde häufig als Trostbuch bezeichnet. Die Frage 1 lautet auch: Was ist Dein einziger Trost im Leben und im Sterben?


Diesen Beitrag als PDF herunterladen:

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén